STOP SPECSMANSHIP SCHLUSS mit Datenschwindel & Datenhysterie STOP Datenschwindel



Der irreführenden Gebrauchs von vermeintlichen technischen Daten (Messdaten) und Spezifikationen, um damit eine vorgebliche Überlegenheit eines Produktes zu untermauern, die meist nicht vorliegt, ist eine weitverbreitete Unart, die wir Datenschwindel nennen.

Ein solcher Datenschwindel (engl.: specsmanship) findet sich in allen Teilgebieten der Technik, er ist besonders verbreitet bei Geräten zur Musikwiedergabe (High Fidelity equipment), bei elektronischen (digitalen) Kameras und auch bei elektronischen Bildschirmen.

Beim Datenschwindel werden numerische Angaben über bestimmte Leistungsmerkmale gemacht, die den nicht speziell ausgebildeten Mitmenschen mächtig beeindrucken und den Besitzerstolz zum Ausdruck bringen sollen. Ist es ein Laie, der solche übertriebenen Daten verbreitet, so ist dieser wohl auch ein Opfer des Phänomens der Datenhysterie. Das Niveau von solchem Datenschwindel liegt ziemlich genau auf dem des Autoquartetts (unterhaltsames Spiel offensichtlich nicht nur für Kinder), er scheint aber sein gewerbliches Ziel trotzdem nicht zu verfehlen (siehe unten).

Wird Datenschwindel und Schönfärberei aber vom Hersteller oder Fachhändler als Mittel zur Verkaufsförderung eingesetzt, so ist die Nähe zum Betrug manchmal besorgniserregend.

Ein Fall von gewerblichem Datenschwindel zur Förderung des Verkaufes von LCD-Monitoren wurde 2003 in den USA mit einem Streitwert von 1 Million US$ vor Gericht gebracht (NEC Mitsubishi Display of America vs ViewSonic Corporation, Case No.: 02C08304 Prosecuted a suit on behalf of NEC Mitsubishi against ViewSonic alleging various theories of liability arising from a false, misleading and deceptive marketing campaign). Gefunden bei Bates & Carey, LLP

Die mit einem solchen Vorgehen verbundene Wettbewerbsverzerrung kann für diejenigen Hersteller, die ehrlich bleiben und ihre Messdaten nicht "schönen" einen erheblichen Nachteil im Markt bedeuten.

Wenn neue Bildschirmtechniken am Horizont erscheinen, wie z.B. OLED- oder SED(SCEED), so besteht auch bei ansonsten seriösen Fachpublikationen die Gefahr, dass Werksangaben kritiklos übernommen werden und so "moderne Märchen" unkritisch weiterverbreitet werden (z.B. Kontrast von 1 000 000).


Treffen Sie keine Kaufentscheidungen aufgrund von aufgeblasenen übertriebenen technischen Daten !



Werde Sie aktiv: Lernen Sie, was die Daten bedeuten sollen und wie relevant sie für Ihre Anwendungen sind !



Ein Beispiel aus der Regenbogenpresse der Unterhaltungselektronik
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Marktschreiereien in der Regenbogenpresse der Unterhaltungselektronik, in gedruckter Version, aber natürlich auch im Web verfügbar.



X-black / CrystalView / Color-Shine / ... Markennamen für Spiegel mit Anzeigenfunktion
Kontrastverhältnis 10 000:1
1 300 cd/m2 "Helligkeit"
550 Milliarden Farben
Versprechungen für PDP-Fernsehgeräte
"crispness of colors" ? ? ?
"Viewing-angels" 178/178 Versprechungen für LCD-Fernsehgeräte
Nie dagewesene "Farbgenauigkeit" ... LCD-Fernsehgerät - mehr Farbe für's Geld !?
"Grau zu Grau" Schaltzeiten ? Was sagt mir das ?
"messerscharfe" Bilder ? ? ?
"crispness of colors" ? ? ?
"% NTSC" ? ? ?
ANSI-lumen ? ? ?


Gewichtige Zahlen und Begriffe - was sagen sie mir als Kunde und Anwender ?

  • Was bedeuten die Begriffe und deren Zahlenwerte ?
  • Wie sind die Größen gemessen ?
  • Was ist ihre Bedeutung für meine Anwendung ?
Der sich überschlagende Rummel um immer "bessere" technische Daten verwirrt den Kunden und die auf dieser Grundlage gekauften Geräte hinterlassen oft einen schalen Geschmack und Enttäuschung.

Was braucht der Kunde ?

  • Er will elektronische Bildschirme erwerben, die seine Anforderungen bei einem günstigen Preis erfüllen.
    • GEIZ ist hirnlos - so einfach ist die Welt nunmal nicht !

  • Als Grundlage dafür benötigt er verlässliche (nicht gefärbte), verständliche und aussagekräftige Angaben (technische Daten) über die Leistung als Grundlage für eine Kaufentscheidung ohne Bedauern, Enttäuschung oder jähes Erwachen mit Katerstimmung.

Erfüllung von Kundenwünschen und Anforderungen ? Das führt zur Frage nach der Nutzbarkeit, der Verwendbarkeit für bestimmte Anwendungen. Je nach Anwendungsfall werden unterschiedliche Anforderungen an die Anzeige gestellt (z.B. Büroarbeit, Unterhaltung im Heimkino, Spiele am Rechner, etc.).

Das Konzept der Verwendbarkeit im Rahmen von internationalen Standards für Bildschirme und Vorschläge, was SIE gegen die Manipulation durch Datenhysterie tun können, finden Sie hier.


Spiegelungen Bildschirme mit spiegelnder Oberfläche: Lästiger Nachteil oder vorteilhaftes Leistungsmerkmal (bug or feature) ?
Detaillierte Informationen über spiegelnde und matte Anzeigen finden sie hier.

Schau'n Sie sich das mal an ... Sony OLED-TV XEL1, ein Spiegel mit Anzeigefunktion ...
Helligkeit
Den Unterschied zwischen hell und dunkel kennt jedes Kind, aber worin unterscheidet sich Helligkeit von Leuchtdichte ?
Warum wird die "Helligkeit" eines Projektors in lumen angegeben ?
Was ist ANSI-lumen ?
Warum wird die "Helligkeit" am Arbeitsplatz in lux angegeben, die "Helligkeit" von LEDs aber in candela ?
Was sind "nits" ?
Kontraste Was sind Kontraste bei elektronischen Anzeigen ?
Wie werden sie gemessen ?
Was ist der Unterschied zwischen Dunkelraumkontrast und dem Kontrast in einer normalen (nicht dunklen) Umgebung ?
Was ist der "dynamische Kontrast" ?
Wieviel Kontrast ist für den menschlichen Betrachter überhaupt noch sinnvoll ?

Kontraste: Wunsch & Wirklickeit - eine Einführung

Schaltzeiten Immer schneller ist die Devise bei LCD-Bildschirmen, aber wird damit die Wiedergabe von bewegten Bildern besser ?
Wie ist der Zusammenhang zwischen den Bildaufbauzeiten nach ISO 13406-2 und den "Graustufen-Schaltzeiten" ?
Blickwinkel (umgs.)
korrekt: Sehrichtungsbereich,
Betrachtungsrichtungsbereich
Aus welchem Bereich von Richtungen muss/will ich den Computer-Monitor oder den Fernsehschirm gut sehen können ?
Was bedeutet in diesem Zusammenhang "gut" ?
Wie wird dieser Bereich sinnvoll ermittelt und angegeben ?
Hat die Angabe "Blickwinkel 178°" irgendeine Bedeutung ?
Farben Mehr Farbe für's Geld ?
Alles noch bunter und strahlender ?
Wie steht es um die naturgetreue Wiedergabe (high fidelity) bei Bildschirmen ?


Antworten auf diese und weitere Fragen werden Sie demnächst hier finden.



Weiterführender Lesestoff:
  • Don Williams: "Debunking of Specsmanship: Progress on ISO/TC42 Standards for Digital Capture Imaging Performance", IS&T's 2003 PICS Conference, pp. 77-81
  • Are 6 million-pixels enough for your camera ? «Mass» of Pixels or «Mess» of Pixels ? http://6mpixel.org provides background and answers.
  • Edward F. Kelley: "What Do the Specifications Mean ?", SID04 ADEAC, pp. 15-18
  • M. E. Becker: "Specsmanship: the artistry of sugarcoating performance specifications", LCD TV Matters, Volume 1, Issue 3, February 2008, Complete Newsletter from Veritas&Visus: LCD TV Association Newsletter
  • Juergen Laur in Veritas&Visus Display-Standards on Display-Metrology: "International metrology standards for reflective LCDs" is raising the question "Could it ever be possible that commercial interests have been preventing the generation of an international standard for measurement and evaluation of reflective LCDs up to now ?"



Mehr Informationen hier !

mail(at)datenschwindel.de


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